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09.09.2019
Hugo Gödde

Schweinepest in China und Weltmarktspekulation

Foto: Thomsen

Die globale Schweinebranche starrt wie gebannt nach China. Das durch die Afrikanische Schweinepest gebeutelte Land ist zum Hoffnungsanker für die Schweinehalter in allen wichtigen Ländern geworden. Die Preise in den USA, Europa, Brasilien hängen direkt von der Entwicklung in China ab. Aber wie ist die Lage in China tatsächlich?

Eindeutig ist der Rückgang der Schlachtzahlen im ersten Halbjahr 2019 um 6 Prozent. Da mit 600 Millionen jährlich jedes zweite Schwein der Welt in China produziert wird, fehlen allein 18 - 20 Millionen Schlachtungen (in Deutschland wurden im 1. Hj. etwa 26 Mio. geschlachtet.)

Über der weiteren Entwicklung schwebt viel Spekulation. Analysten sprechen von einem Rückgang von 30 bis 100 Millionen Schlachtungen im zweiten Halbjahr. Zunächst wich der chinesische Verbraucher mehr auf andere Fleischarten wie Rindfleisch und Geflügel aus, dadurch reduzierte sich laut Pekinger Statistikbüro die Fleischproduktion nur um 2,1 Prozent. Als die hohen staatlichen Fleischreserven zurückgingen, schnellten die Importe aus aller Welt seit April in die Höhe. Die Fleischeinfuhren stiegen im 1. Hj. um 67 Prozent, beim Schweinefleisch um 50 Prozent.

Aber offensichtlich hatten sich einige Exporteure z.B. in den USA mehr versprochen. Der US-Preis lag im 1. Quartal 2019 bei 1 €/ kg. Laut top agrar Online v. 22.3.19 erwartete man im Sommer 1,90 Euro. Tatsächlich brachte das 2. Quartal 1,50 Euro. Nach einem Rückgang auf unter 1,20 €/kg gibt die Börse für Oktober mit 1,32 €/kg wieder etwas Hoffnung. Aber da auf den Schweinefleischimporten aus den USA Strafzölle von 62 Prozent liegen, wird sich der Jubel in Grenzen halten. Die EU und Brasilien haben wohl z.Zt. die Nase vorn.