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01.03.2022
FebL/PM

Bäuerliche Solidarität mit den Menschen in der Ukraine

Die Europäische Koordination Via Campesina (ECVC), eine europäische Basisorganisation, die derzeit 31 nationale und regionale Organisationen von Landwirt:innen, Landarbeiter:innen und der Landbevölkerung in 21 europäischen Ländern vereint, zu denen auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft gehört, drückt ihre tiefste Solidarität mit dem ukrainischen Volk aus und fordert die strikte Einhaltung der Menschenrechte und den sofortigen Stopp der Militäraktion.

In einer ECVC-Erklärung heißt es unter anderem: „In den letzten Wochen haben wir mit großer Sorge die Zunahme der Spannungen in der Region verfolgt, in der sich die Landbevölkerung an vorderster Front wiederfindet, ohne Stimme und völlig schutzlos. In jedem Krieg ist die Zivilbevölkerung, insbesondere die Landbevölkerung, das erste und unsichtbarste Opfer.“

Die ECVC-Organisationen wollen „nicht länger Spielball eines geostrategischen Spiels sein, das keine Rücksicht auf die Interessen der Menschen nimmt. Wir wollen Frieden und Demokratie. Wir wollen selbst entscheiden können, wobei die Ernährungssouveränität ein wesentlicher Bestandteil dieses Selbstbestimmungsrechts ist.“

Die ECVC steht für internationalistische Werte. „Daher ist die Solidarität mit der unterdrückten Landbevölkerung, die unter den Auswirkungen von Krieg, wirtschaftlicher Gewalt oder der Ausbeutung von Ressourcen leidet, für uns von grundlegender Bedeutung. Schon jetzt fliehen Zehntausende von Geflüchteten aus der Ukraine in die Nachbarländer. Wir werden uns, wo immer wir können, für eine menschenwürdige Aufnahme dieser Geflüchteten einsetzen und diese organisieren. Wir fordern die Europäische Union auf, alle notwendigen Mittel bereitzustellen, um die Geflüchteten aufzunehmen, die der Krieg bereits hervorgebracht hat.
Wir rufen unsere Mitgliedsorganisationen und Verbündeten auf, ihre Stimme zu erheben und ihre Solidarität zu zeigen, um ein Ende des Krieges zu fordern und diplomatische Lösungen zu finden, um den Frieden in der Region wiederherzustellen. Wir stehen an der Seite der Bäuerinnen und Bauern und anderen Menschen, die in der Ukraine auf dem Land und in den Städten leben und weiterhin Widerstand leisten, um die Menschenrechte zu verteidigen. Land für Nahrung, nicht für Bombardierungen! Bäuerinnen und Bauern vereinigt für den Frieden! Frieden in der Ukraine!“

AbL: „Wir haben eine besondere Verantwortung“
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) schließt sich der ECVC-Erklärung an und hat zur Teilnahme an der von einem breiten Bündnis, zu dem unter anderem neben Gewerkschafts-, Kirchen- und Umweltorganisationen auch die AbL gehörte, getragenen Demonstration in Berlin aufgerufen, zu der am 27. Februar Hunderttausende zusammenkamen.

„Wir schließen uns der Erklärung der Europäischen Koordination Via Campesina an und fordern die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, alle Kräfte darauf zu verwenden, dass der russische Überfall und die kriegerische Aggression gegen das ukrainische Volk gestoppt werden. 80 Jahre nach dem Überfall der Nationalsozialisten auf die Sowjetunion, wo fast die gesamte Bevölkerung der Ukraine in Mitleidenschaft gezogen wurde, haben wir in Deutschland noch immer – und werden es auch immer haben – eine besondere Verantwortung“, erklärt der AbL-Bundesgeschäftsführer Georg Janßen. „Durch den Austausch von jungen Bäuerinnen und Bauern aus der Ukraine mit deutschen Kolleginnen und Kollegen oder durch Arbeitsverhältnisse auf den Höfen sind seit Jahren freundschaftliche Beziehungen zwischen Familien entstanden. Ich gehe davon aus, dass auch wieder Bäuerinnen und Bauern bereit sind, geflüchtete Menschen aus der Ukraine aufzunehmen, wenn dies gewünscht wird. Wir müssen uns vehement für den Frieden und für die Menschen und Menschenrechte in der Ukraine und auch in Russland einsetzen. Die Politik kann Frieden schaffen, nicht das Streben nach Macht, nach wirtschaftlichen Profiten und geostrategischen Interessen“, so Janßen.

Auch DBV verurteilt den Krieg
„Aufs Schärfste“ verurteilt in einer Mitteilung am 28. Februar auch der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, den Krieg in der Ukraine: „Die deutschen Bauern stehen solidarisch an der Seite des ukrainischen Volkes und sind in Gedanken bei unseren Berufskolleginnen und -kollegen und deren Familien, die massiv unter den russischen Angriffen leiden. Als Deutscher Bauernverband tragen wir die gegen Putin gerichteten Maßnahmen der Bundesregierung mit, auch wenn es für unsere Branche zu großen Herausforderungen kommen könnte.“